Das Zimmer der Wunder – Julien Sandrel

Das Zimmer der Wunder – Julien Sandrel

Manchmal ist das Leben selbst schon Wunder genug

Nur ein Moment, doch er kann alles verändern. Das erfährt Karrierefrau Thelma am eigenen Leib, als ihr Sohn Louis durch einen LKW von seinem Skateboard gerissen wird. Louis überlebt schwer verletzt, liegt im Koma. Vier Wochen – wenn sich sein Zustand bis dahin nicht verbessert, sehen die Ärzte wenig Hoffnung. In ihrer Verzweiflung findet Thelma in Louis‘ Zimmer eine Liste mit Dingen, die er sich fürs Leben vorgenommen hat: Karaoke singen, einen Marathon laufen, ein Duett mit einem bekannten Rapper … Thelma beginnt seine Wünsche für ihn zu erfüllen. Wird es ihr gelingen, dadurch seinen Überlebenswillen zu wecken? (Quelle: Amazon.de)

Rezension:

Da ich ein sehr emotionaler Mensch bin und die Geschichte sich vom Klappentext her sehr gut las, wollte ich dieses Buch unbedingt haben. Ein großes Dankeschön geht dabei an Laura Austen vom RandomHouse, welche mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Ich habe mit Thelma gelacht, geweint, gebangt und gehofft!

Julien Sandel transportiert die ganze Gefühlspalette in diesem Buch und fesselt den Leser von Anfang bis Ende. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Die Erlebnisse von Thelma, als sie Louis‘ Bucket-List abarbeitet sind herrlich. Eine solche Reise würde ich am liebsten auch machen.

Zwischendurch kommt auch Louis zu Wort, der alles hört, sich aber nicht bemerkbar machen kann. Man weiß nicht, ob es stimmt, aber man wünscht sich, dass „Kranke“ die Anwesenheit der Lieben mitbekommen. Durch seine ernsten und oftmals auch witzigen Kommentare merkt man, dass Louis seine Mutter sehr liebt, obwohl sie sich selbst oft als schlechte Mutter bezeichnet.

Das Buch ist aus der Sicht Thelma’s und aus der Sicht von Louis im Koma erzählt, was mir sehr gut gefällt. Ich mag Perspektivwechsel gern, wenn sie gut gemacht sind – und das ist hier definitiv der Fall.

Der Schreibstil ist schön locker und leicht.

Mit dem Ende sind für mich dennoch einige Fragen offen…


Fazit:

Ein unglaublich emotional geschriebener Roman, mit ernstem Unterton, aber locker geschrieben, der mich sehr berührt hat!

Thelma: „Ich ließ meinen Blick durch dieses Zimmer der Wunder wandern… Es hatte wie ein Gefühlsbeschleuniger auf mich gewirkt, hatte mich der Reihe nach beinah vernichtet, mein Leben auf den Kopf gestellt,… neue Energien in mir wach gerufen, mich mit vielem versöhnt, mich über mich selbst hinauswachsen lassen, verändert.“

4,5*

2020-05-06