Der Tunnel – Chris McGeorge

Der Tunnel – Chris McGeorge

Sind Sie bereit für einen Boots-Trip ohne Wiederkehr?
Willkommen im Standedge-Tunnel, Englands längstem Kanaltunnel: mit dem Boot befahrbar, finster, klaustrophobisch – und das perfekte Setting für einen Thriller voller überraschender Twists!

Sechs junge Leute, seit Jahren beste Freunde, fahren mit dem Boot in Englands längsten Kanal-Tunnel: ein echtes Abenteuer in beklemmender Dunkelheit. Als das Boot nach über zwei Stunden am anderen Ende des Standedge-Tunnels wieder auftaucht, sind fünf der Freunde verschwunden. Der sechste, Matthew, ist bewusstlos.
Natürlich behauptet Matthew, nicht zu wissen, was sich in der Finsternis des Tunnels zugetragen hat. Doch niemand kennt Standedge so gut wie er, der dort Führungen für Touristen anbietet. Und möglicherweise war die Freundschaft der sechs schon längst nicht mehr so unschuldig wie zu Kindertagen …

Der englische Thriller-Autor Chris McGeorge ist ein großer Bewunderer von Agatha Christie und Sir Arthur Conan Doyle, seine Spezialität sind verwinkelte Plots mit überraschenden Wendungen. Mit dem Standedge-Tunnel hat er erneut einen beklemmend-atmosphärischen Schauplatz für ein trickreiches Spiel mit der Wahrheit geschaffen. (Quelle: Amazon.de)

Rezension:

Zu Beginn gleich ein großes Lob an den Coverdesigner, welcher mit seiner griffigen Oberfläche, vor allem in der Tunneldecke, fast die „Konsistenz“ eines Tunnels widerspiegelt und auch sonst einen echten Hingucker und „Hinfühler“ darstellt. Geschickt eingearbeitet darin der Titel des Romans und der Name des Autors. Einfach wunderschön!

Chris McGeorge gelingt es in diesem Buch leider nicht Spannung und Nervenkitzel zu erzeugen. Eine Geschichte wird erzählt, die mich leider nicht mit Haut und Haaren bzw. an der Seele gepackt hat. 

Wenn man sich aber erst einmal in die Story hinein gelesen hat und ihr voller Neugierde folgt, stellt man natürlich die unterschiedlichsten Theorien auf. Die Auflösung des Autors ist jetzt nicht vollkommen abgedreht, aber irgendwie hätte man sich doch mehr erhofft. Es ist viel mehr die Art, wie hier alles aufgelöst wurde und seinen Weg genommen hat.

Nach ca. 260 Seiten beginnt das große Entblättern der Geheimnisse und es gelingt dem Autor dann leider nur noch bedingt, originell zu sein, denn gerade das erste Geheimnis ist eine absolut derbe Enttäuschung für mich.

Befriedigend ist sicherlich, dass alle Geheimnisse zum Ende hin gelöst werden und alle Fragen geklärt, aber leider auf Kosten altbekannter Klischees.

Ich habe mir hier vom Autor etwas mehr Mut gewünscht!

Fazit:

Es bleibt trotz allem ein lesenswertes und atmosphärisches Abenteuer, das leider das hohe Niveau der ersten 260 Seiten auf den letzen 80 Seiten nicht mehr halten kann und durch einen äußerst schwachen Plot mich leider enttäuscht.

3/5*

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  • Broschiert: 352 Seiten
  • Verlag: Knaur; Deutsche Erstausgabe Mai 2020
  • ISBN-13: 978-3426227091

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