Die Chroniken von Azuhr: Der Verfluchte – Bernhard Hennen

Die Chroniken von Azuhr – Der Verfluchte – Bernhard Hennen

Der junge Milan Tormeno ist dazu ausersehen, seinem Vater Nandus in das Amt des Erzpriesters zu folgen: Er soll einer jener mächtigen Auserwählten werden, die die Geschicke der Welt Azuhr lenken.
Doch Milan kann nicht akzeptieren, dass sein Schicksal vorherbestimmt ist. Er rebelliert – und verstrickt sich mit der Meisterdiebin Felicia und der geheimnisvollen Konkubine Nok in ein gefährliches Netz von Intrigen.
Gemeinsam geraten sie in den Bann einer alten Prophezeiung – einer Prophezeiung, nach der die Ankunft des »Schwarzen Mondes« in Azuhr ein neues Zeitalter der Magie einläuten wird … (Quelle: Amazon.de)

Rezension:

Das Buch ist optisch allein schon durch seinen geprägten Adler und die Buchstaben ein absolutes Highlight. Auch der blaue Buchschnitt ist passend. 

Es beginnt mit der unverzeihlichen Handlung des Erzpriester’s Lucio. Diese „Einleitung“ versorgt den Leser mit einem Grundwissen, dass, 53 Jahre später, zu der Zeit als die Geschichte richtig beginnt, im Laufe der Story recht nützlich ist, um die diversen Anspielungen, Haltungen und Ansichten der unterschiedlichen Figuren zu verstehen.

Am Anfang der Geschichte stand die mittelalterliche Welt mit dem Alltag Milans, den Gebräuchen und dem Glauben der Menschen in der beschriebenen Welt im Vordergrund. Das ändert sich aber im Laufe der Erzählung. So wie die Story mit jedem Folgekapitel etwas an „Fahrt“aufnimmt, rückt, durch die Mythen und andere Geschehnisse, gleichzeitig der Fantasyanteil nach und nach immer mehr in den Vordergrund und sorgt zusätzlich für Spannung.

Ein Erzähler in der dritten Person berichtet von den Begebenheiten. Dieser lässt den Leser „zuschauen“ und vermittelt immer wieder andere Gefühle. Eine Person hier wirklich einzuschätzen und zu beurteilen, fiel mir gar nicht so leicht, auch wenn ich immer wieder Einblicke auf das Geschehen erhielt, blieben mir doch die Gefühle und Gedanken verborgen. Die Charaktere konnten mich auch hier absolut begeistern, denn sie bestechen durch ihre Vielschichtigkeit und Komplexibilität. Hier ist niemand Gut oder Böse, sondern handelt nach dem, was ihm wichtig erscheint. 

Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd und doch auch mit einem gewissen Anspruch, denn die Sprache ist hier der Umgebung und den Personen durchaus angepasst. 

Obwohl ich anfangs („Einleitung“ mit 75 Seiten) etwas Mühe hatte, in das Buch „hineinzukommen“, gewinnt es im Laufe der Story immer mehr an Spannung und Tempo. Action, eine dezente Liebesgeschichte, Verrat, Enttäuschung und das alles gewürzt mit einer herzhaften Portion Fantasy. Das Ende bleibt zwar offen, dennoch hat der Autor dankenswerterweise auf einen „Cliffhanger“ verzichtet, wodurch man zufrieden und ganz entspannt auf den nächsten Teil gespannt sein kann.

Fazit:

Ein unglaublich fesselnder und spannender erster Teil einer Trilogie rund um den Erzpriestersohn Milan und seine Mitstreiter, die sich in einem fantastischen Umfeld und all den unterschiedlichen Völkern und ihren unterschiedlichen Legenden beweisen müssen.

Was das Buch für mich so besonders macht, ist die Tatsache, dass Mären (Märchen) eine wahrlich ausschlaggebende Rolle spielen und zum Ende hin immer mehr in den Mittelpunkt rücken.

4*

Verlag: FISCHER Tor

Broschiert: 576 Seiten

ISBN: 978-3-596297269

2020-05-25

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