Ich – Elton John

Ich – Elton John – Die Autobiografie

Die erste und einzige Autobiografie des »Rocket-Man«

Elton John gehört zu den erfolgreichsten Künstlern aller Zeiten. »Your Song«, »Tiny Dancer« und »Candle in the Wind« sind nur einige von unzähligen Hits seiner beispiellosen Karriere. Erstmals erzählt er jetzt die Geschichte seines außergewöhnlichen Lebens und blickt zurück auf sieben Jahrzehnte voller Höhen und Tiefen.

Er enthüllt die Wahrheit über seine Kindheit im Londoner Vorort Pinner und über die schwierige Beziehung zu seinen Eltern. Reginald Dwight, der später als Elton John weltberühmt werden sollte, war ein schüchterner Junge, der heimlich davon träumte, Popstar zu werden. Im Alter von 23 spielte er seinen ersten Auftritt in den USA und begeisterte in quietschgelber Latzhose, einem sternenbesetzten T-Shirt und geflügelten Stiefeln sein Publikum. Elton John war angekommen – und die Musikwelt sollte nie wieder dieselbe sein.

Seine Autobiografie »Ich« ist voller Dramatik: Angefangen bei der Ablehnung der ersten Songs von Elton und seinem Songwriting-Partner Bernie Taupin bis hin zu seinem überwältigenden Erfolg als Weltstar; von den Freundschaften mit John Lennon, Freddie Mercury und George Michael bis hin zum Disco-Tanz mit der Queen; von Selbstmord versuchen bis hin zu seiner Drogensucht, die ihn über ein Jahrzehnt lang fest im Griff hatte.

Elton schreibt auch ausführlich über seinen Entzug und den Aufbau seiner AIDS-Stiftung. Er erzählt, wie er in David Furnish die wahre Liebe fand, mit Gianni Versace im Urlaub war und auf der Beerdigung seiner Freundin Prinzessin Diana sang. Und er beschreibt, wie er plötzlich spürte, dass er Vater werden will, und sein Leben sich noch einmal völlig verändert hat.

Humorvoll, unterhaltsam und tief bewegend – Elton Johns Autobiografie »Ich« nimmt uns mit auf eine intime Reise mit einer lebenden Legende. (Quelle: Amazon.de)

Rezension:

Geschrieben hat das Buch Alexis Petridis, der Musikkritiker des „Guardian, denn Elton John ist bekanntlich kein Mann des Wortes. Wobei sein einziger selbstverfasster Songtext gar nicht mal übel ist, er ist zu hören in „Song For Guy“, 1978, und besteht aus drei Worten: „Life isn’t everything“.

Obwohl die fast 500 Seiten selbstverständlich genug Bilder und Blitzgeschichten zum post-adligen exzentrischen erörternden Vortrag bieten, von bizarren Treffen mit Queen Elizabeth II. oder Sylvester Stallone über rätselhafte Auftritte im Ronald-McDonald-Kostüm bis zu einer noch rätselhafteren Fahrt, auf der Stevie Wonder einen Schneepflug steuert: Der mit Abstand „reizendste“ Teil von Elton John’s Buch ist der Anfang, die Zeit vor dem Erfolg, die Schilderung der Lehr- und Wanderjahre im London der frühen Sechziger.

Federn, Brillen, Strass, Kostüme: Was für ein unterhaltsamer, aber mutiger Mann er war, macht ein Blick auf die Begeisterung klar, die Leon Dame vor wenigen Wochen in den sozialen Medien auslöste, als Mann in High Heels über den Catwalk zu marschieren. Es war für viele offenbar noch immer ein Anlass, etwas willkommen Neuartiges zu bejubeln.

Elton John hat das Geschlechterrollenspiel schon gespielt, als es trotz Liberace, Lou Reed, Mick Jagger, Glam Rock und einer allgemeinen Neigung zum Übertreten von Grenzen auch in der unterhaltenden Musik noch keineswegs gewöhnlich war.

Was vorkommen muss, kommt vor – der Klavierspieler, Komponist und Entertainer, sein Texter Bernie Taupin, sein Liebhaber und Manager John Reid. Vieles wird abgehakt. Vor allem dem Porträt der Mutter ist anzumerken, dass „Ich“ nach Dexter Fletcher’s in diesem Frühjahr uraufgeführtem Film „Rocketman“ schon der zweite Teil eines Versuchs ist, nun endgültig eine vom Künstler selbst kontrollierte Version seines Lebens gezielt in die Öffentlichkeit gelangen zu lassen. Das Evangelium, vom Herrn selbst erzählt. Mit Wundergeschichten, wie dem frühen Erfolg in den Vereinigten Staaten und „Passionsberichten“ rund um Drogen und Selbstmordversuche, die er viel zu wenig mit den Anstrengungen in Verbindung bringt, die es ihn gekostet haben muss, ein Leben aus Ausrasten und Durchhalten, Innovation und Normalität gleichermaßen zu formen. Gelegentlich steht er selbst verwundert und staunend davor, Ehemann eines Mannes, Vater zweier Kinder. Zwei Dinge, die er sich noch vor wenigen Jahren nicht hätte vorstellen können.

Fazit:

Drogenentzug, Live Aid, Lady Diana, Freddie Mercury, Watford FC, Aids in den achtziger Jahren und die toxische Wirkung der britischen Boulevardpresse: Alles kommt in diesem vom „Guardian“-Journalisten Alexis Petridis mitgeschriebenen Buch differenziert zur Sprache. Ein Happy End gibt es auch: Der seit vielen Jahren drogen- und alkoholfreie Künstler hat die Liebe seines Lebens gefunden. Ein wundervolles Buch!

4,5/5*

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  • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (21. Oktober 2019)
  • ISBN-13: 978-3453202924

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