Scythe Die Hüter des Todes – Neal Shusterman

Scythe Die Hüter des Todes – Neal Shusterman

Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen.
Die Menschheit hat die perfekte Welt erschaffen – aber diese Welt hat einen Preis.

Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe. Sie sind auserwählt, um zu töten. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die Hüter des Todes. Aber die Welt muss wissen, dass dieser Dienst sie nicht kalt lässt, dass sie Mitleid empfinden. Reue. Unerträglich großes Leid. Denn wenn sie diese Gefühle nicht hätten, wären sie Monster.
Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung zum Scythe berufen werden und die Kunst des Tötens erlernen, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und dessen erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten …

Der erste Band der internationalen Bestseller-Trilogie!
Schutzumschlag mit Metallic-Folien-Veredelung (Quelle: Amazon.de)

Rezension:

Die Aufmachung des Buches finde ich atemberaubend, denn der Schutzumschlag ist mit einer besonderen Metallicoptik veredelt, wodurch er schimmert. Die Negative aus Bronze und Schwarz sehen dabei nicht nur elegant, sondern auch unfassbar cool aus. Zudem passt dies ideal zum Sensenmann, der das Cover ziert und einen wichtigen Hinweis auf den Inhalt des Buches gibt.

Dem Autor ist es hervorragend gelungen mich in seine dystopische Welt eintauchen zu lassen. Er schafft es gekonnt immer mehr Details seines Settings einfließen zu lassen, so dass ich mir Citras und Rowans Welt sehr gut vorstellen konnte.

Beide Protagonisten fand ich sympathisch und interessant ausgearbeitet. Auch die zahlreichen Nebenfiguren wurden individuell „gezeichnet“, so dass man beim Lesen nie den Überblick verliert und sie gut auseinander halten kann.

Der Einfallsreichtum von Neal Shusterman ist unglaublich. Ich habe jedes Detail dieser Welt aufgesogen und seine Ideen und seine Fantasie durch alle 516 Seiten genossen. Er konzentriert sich jedoch nicht nur auf den Plot, sondern steckt auch Herzblut in seine Figuren. Ich empfand ihr Handeln als sehr authentisch, ob es nun den ersten Schock über ihre neue Aufgaben, die Probleme beim Erlernen der Kunst des Tötens oder der unbändige Kampfgeist, den beide an den Tag legen, betraf.

„Aus dem Nachlese-Tagebuch des E. S. Faraday: Mein größter Wunsch für die Menschheit ist nicht Frieden, Bequemlichkeit oder Freude. Ich wünsche mir, dass alle von uns im Inneren ein wenig sterben, wenn wir den Tod eines anderen Miterleben. Denn nur der Schmerz der Empathie wird unsere Menschlichkeit erhalten. Es gibt keine Gottes Version, die uns helfen kann, sollten wir das jemals verlieren.“

Da das Töten zur Sterblichkeitsära gehört, wird die Ausübung der Scythe „Nachlese“ genannt

Fazit:

Das, was mir am meisten leid tut, ist, dass ich erst sterben musste, um zu verstehen, wie wunderbar das Leben sein kann.

Neal Shusterman hat hier eine so bizarre und doch reale Zukunftsversion der Menschheit geschaffen, dass ich einfach nur gefesselt war und jeden Moment mit Spannung verfolgt habe. Bei jedem Perspektivenwechsel kommt ein Eintrag aus dem Nachlese-Tagebuch eines Scythe – ein sehr schönes Mittel, um die Gesellschaft und den Status der Scythe zu erklären. Aber auch Einblicke zu geben, die mich wieder viel zum Nachdenken angeregt haben.

Dadurch, dass der Autor nicht alles bis ins Detail erklärt, bleibt dem Leser auch viel zum interpretieren und mitfühlen, was ich besonders gelungen finde, denn das Gesamtbild und die Atmosphäre waren immer intensiv und präsent. Ich habe sogar 1-2 Tränchen verdrückt…

Ein „Highlight* dieses Jahr und ich freu mich auf die Fortsetzung!

5*

Scythe Trilogie

2020-04-23